Willst du immer sauberes Poolwasser haben, muss es zweimal täglich durch Umwälzung gefiltert werden. Zuverlässig. Dazu brauchst du eine leistungsfähige Filteranlage aus Pumpe und Filter. Der Schlüssel zur richtigen Pumpe ist die Berechnung des Förderstroms. Mit dem passenden Sandfilter ist deine Filteranlage komplett.

In 8 Schritten zur passenden Pumpe:

1. Beckenvolumen ausrechnen

Die Berechnung des Beckenvolumens setzt voraus, dass du dir bereits über deine Poolform Gedanken gemacht hast. Über die verschiedenen Varianten und deren Vor- und Nachteile haben wir bereits im Academy-Beitrag Welcher Pooltyp ist der richtige?  berichtet. Vielleicht möchtest du an dieser Stelle einen kurzen Abstecher machen. Wir warten hier auf dich.

aquatechnix-pool-maße-tiefe-breite-hoehe-rechner-volumen

2. Belastung abschätzen

Je häufiger der Pool genutzt wird und je höher die Belastung des Wassers durch die Umwelt ist, desto schneller muss das Wasser gereinigt/aufbereitet werden, d.h. umso kürzer ist die verfügbare Umwälzzeit zur Filtration des gesamten Beckenvolumens.

3. Umwälzzeit ermitteln

Umwälzzeit bei geringer bis hoher Belastung
Beckenvolumen in Stunden (h)
gering durchschnittlich hoch
bis 30 m³ 5 h 4 h 3 h
30 bis 50 m³ 6 h 5 h 4 h
über 50 m³ 7 h 6 h 5 h

Größere Pools sind in der Regel nicht so stark belastet, so dass eine etwas längere Umwälzzeit – bis etwa 7 Stunden – eigentlich ausreicht. Kleinere Beckeninhalte unterliegen naturgemäß höheren Belastungen und sollten daher schneller, also in drei oder vier Stunden komplett umgewälzt werden. Aber:

Ausnahmen bestätigen die Regel
Wird ein Pool stärker genutzt als erwartet oder entstehen vorübergehend ungünstige Umgebungseinflüsse, so ist die Filteranlage aufgrund der erhöhten Belastung durchgehend zu betreiben. Insbesondere muss der pH-Wert überwacht und die Dosierung der Desinfektionsmittel und ggf. Flockungsmittel angepasst werden.

4. Welche Pumpe leistet die passende Fördermenge?

Förderstrom berechnen

Angenommen, du planst einen 5 x 9 Meter rechteckigen Pool, der 1,35 m tief ist. Dann füllt sich dein geplantes Becken mit ca. 60 m³ Wasser. (5 m x 9 m x 1,35 m = 60,75 m³). Ausgehend von einer durchschnittlichen Nutzung bzw. Belastung und somit für dieses Becken von 6 Stunden Umwälzungszeit, ergibt die Formel folgenden Volumenstrom: 60 m³ : 6 h = 10 m³/h. Deine Poolpumpe sollte also mindestens eine Fördermenge von 10 m³ je Stunde bewältigen. Und los geht’s:

Praxis-Tipp: Für eine gute Durchströmung des Pools und den Betrieb eines Poolroboters sollte der Förderstrom mindestens 5 m³/h betragen.

5. Standort definieren

Je nachdem, ob dein Pool einfach ausgestellt wird oder halb bzw. vollständig in den Boden versenkt werden soll, brauchst du eine normalsaugende oder selbstansaugende Pumpe.

Was ist der Unterschied?
Normalsaugende Pumpen müssen generell unterhalb des Wasserniveaus installiert sein, damit ihnen das zu pumpende Wasser selbstständig zufließen kann.

Bei selbstansaugenden Pumpen ist das egal: Sie können unterhalb oder oberhalb des Wasserniveaus installiert werden, weil sie, anders als normalsaugende Pumpen, auch Luft mitfördern können (und sich eigenständig entlüften). Außerdem hat man den Vorteil, dass man damit manuelle Bodensauger betreiben kann.

Schema einer selbstansaugenden Pumpe

 

6. Gesamtförderhöhe errechnen

Du weißt jetzt schon, welche Wassermenge deine Poolpumpe befördern muss (Förderstrom Q = m³/h). Eigentlich schon genug, um eine ziemlich gute Auswahl der richtigen Pumpe zu treffen. Falls du jedoch tiefer in die Materie einsteigen möchtest, so musst du noch die Gesamtförderhöhe (H) errechnen, um den zweiten wichtigen Leistungsparameter zu kennen. Zugegeben, das ist etwas kompliziert und eigentlich nur was für den Fachmann. Hier die Formel:

H = hgeo + hV (Angabe jeweils in m)

Die Gesamtförderhöhe ergibt sich aus der tatsächlichen, geodätischen Förderhöhe (hgeo), also vom Wasserniveau bis zum höchsten Punkt der Druckleitung, plus der zusätzlichen Förderhöhe (hV) aufgrund von Druck- bzw. Reibungsverlusten durch Rohrleitungen und Filterwiderstand. Uff.

7. Betriebspunkt ermitteln

Jede Pumpe hat eine Kennlinie (Pumpenkennlinie). Sie zeigt die Pumpen-Förderleistung je Stunde an (m³/h) und stellt diese in Abhängigkeit von der Förderhöhe (m) dar. Kreuze die Pumpenkennlinie mit der Anlagenkennlinie und aus dem Schnittpunkt ergibt sich der Betriebspunkt einer Pumpe, der Arbeitspunkt mit dem optimalen Wirkungsgrad der Pumpe.

Pumpenkennlinien der selbstansaugenden Aqua Master Serie im Kennfeld

Schnittpunkt zur Ermittlung des optimalen Wirkungsgrades der Pumpe

8. Sandfilter auswählen

Der Sandfilter ist letztlich dafür verantwortlich, dass das Poolwasser immer schön sauber ist. Dazu drückt die Pumpe das Wasser durch den Sand im Filterkessel (so dass Schmutz und Verunreinigungen in der Sandschicht hängen bleiben) und pumpt das saubere Wasser wieder in den Pool. Damit das alles gut funktioniert, muss die Kesselgröße des Sandfilters auf die Leistung der Pumpe abgestimmt sein. Das heißt die Filterleistung (Liter pro Stunde) des Sandfilters sollte mit dem Fördervolumen (Q) der Pumpe übereinstimmen oder etwas größer gewählt sein.

Tipp für deine Gesamtplanung: Der angesammelte Schmutz im Sandfilter muss regelmäßig per Rückspülung entfernt, d.h. ins Abwasser befördert werden. Damit es nicht zum Rückstau kommt und womöglich Schmutzpartikel wieder im Pool landen, sollten die Abwasserrohrdurchmesser groß genug bemessen sein.